Anständig bleiben.

Initiative für
Władysław Bartoszewski

Aktuell

    Ausstellung: Władysław Bartoszewski 1922-2015

    Die Ausstellung informiert über das Leben und die Wirkung Władysław Bartoszewskis.

    Hamburg: 16.10.-20.11.2018
    Ort: Mahnmal St. Nikolai, Willy-Brandt-Straße 60, 20457 Hamburg


    Veranstaltungen unserer Initiative:


Unsere Vision

Bartoszewski

Władysław Bartoszewski war ein polnischer Politker, engagierter Bürger, Journalist und Autor, der sich über Jahrzehnte als Brückenbauer zwischen Deutschland und Polen betätigte. Er erlebte den deutschen Überfall auf Polen, wurde ins KZ Auschwitz deportiert und kämpfte im Warschauer Aufstand. Im stalinistischen Nachkrieg wurde er wieder inhaftiert und setzte sich nach seiner Freilassung im sozialistischen Polen für Demokratisierung und Aussöhnung ein. Nach 1989 trug er, nun als Politiker, entscheidend dazu bei, dass die deutsch-polnischen Beziehungen auf eine neue Grundlage gestellt wurden. Seine Rede im April 1995 im Deutschen Bundestag zeugt davon. Die deutsch-polnische Nachbarschaft gilt auch heute als Auftrag und Verpflichtung für Politik und Zivilgesellschaft der Berliner Republik. Berlin ist somit ein idealer Ort für eine Ehrung Bartoszewskis.

"Es lohnt sich, anständig zu sein"

Der Leitsatz Bartoszewskis steht für die deutsch-polnische und deutsch-polnisch-jüdische Annäherung. Nicht zuletzt steht er für eine neue politische Kultur, die die Autoritarismen des 20. Jahrhunderts überwindet. Dieser Satz ist aktueller denn je.

Was uns verbindet

Im Sinne Bartoszewskis meinen wir, dass nicht Abgrenzung und Spaltung zwischen Bürgerinnen und Bürgern und Staaten unsere Beziehungen zueinander prägen sollen, sondern ein Geist von Respekt, Kooperation, offener Kommunikation und Zuversicht in die positive demokratische Entwicklung.

Ehrung einer außergewöhnlichen Persönlichkeit

Die Bartoszewski-Initiative Berlin ehrt ihren Namensgeber in einer kritisch Form als Persönlichkeit, die das deutsch-polnische Verhältnis an vielen Stellen begleitet und geprägt hat. Einen Intellektuellen, Politiker, Ideengeber, kritischen Begleiter und überzeugten Europäer.

  • Bartoszewski als engagierten Streiter und Förderer eines demokratischen, rechtsstaatlichen und an freiheitlichen Werten orientierten Polens und Europas.

  • Einen Menschen der in vielen Rollen maßgebliche Impulse für die Aussöhnung zwischen Deutschen und Polen gesetzt hat.

  • Eine Persönlichkeit, die mit ihrem öffentlichen Engagement Vorbild ist.

Neue Brücken in unseren Gesellschaften

Viele Menschen in Deutschland und Polen zeigen Interesse am jeweils anderen Land und setzen sich für den Kulturdialog alltäglich ein - als Designer, Arbeiter, Diplomaten, Angestellte, Expats oder Teile des deutsch-polnischen Vereinswesens. Mit Bartoszewski als Schirmherren wollen wir möglichst vielen Menschen ein Angebot für den kreativen Dialog machen, denen an einem konstruktiven und friedlichen Austausch zwischen Deutschen und Polen und darüber hinaus gelegen ist

Ihre Fürsprache hilft

Zeigen Sie, dass Sie unsere Initiative befürworten. Damit in Deutschland angemessen, zeitgemäß und in die Zukunft gerichtet an Bartoszewski erinnert wird. In Zukunft werden an dieser Stelle die Namen der Unterstützerinnen und Unterstützer veröffentlicht.


„Wladyslaw Bartoszewski war ein sehr beeindruckender unbeugsamer Mann. Seine politische Klugheit, sein schneller Intellekt, sein wacher und umfassender Geist, sein Humor und seine menschliche Zugewandtheit waren einmalig. Sie machten ihn zu einer menschlichen und politischen Autorität. Man musste ihr nicht immer in allem folgen, aber man musste sich immer mit ihr auseinandersetzen.“

Prof. Dr. Gesine Schwan, ehem. Koordinatorin für die deutsch-polnische Zusammenarbeit, ehem. Präsidentin der Europa-Universität Viadrina, Kuratoriumsvorsitzende der Theodor-Heuss-Stiftung


"Wladyslaw Bartoszewski ist als Brückenbauer und Mittler für Deutschland und Polen nicht zu ersetzen. Wir sollten sein Lebenswerk als Auftrag verstehen, im Bemühen um Freiheit und Verständigung nie nachzulassen."

Prof. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a. D., Bundesministerin a. D.


"Was ich besonders wichtig finde, ist das Bemühen um eine "neue Erinnerungs­kultur" und der zukunfts­orientierte Charakter der Initiative. Genau darum soll es gehen!"

Marcin Barcz, langjähriger persönlicher Referent W. Bartoszewskis.

 
 
    Ich befürworte mit meiner Unterschrift die Bartoszewski-Initiative Berlin in ihrem Bemühen,
  • der Person Władysław Bartoszewski in Deutschland zeitgemäß und seinem Verdienst um die deutsch-polnischen-jüdischen Beziehungen angemessen zu gedenken,
  • durch Bildungsangebote Bezüge zwischen Bartoszewski und der aktuellen sozialen und politischen Realität in unseren Ländern herzustellen
  • im Geiste Bartoszewskis die Verbesserung der deutsch-polnischen Beziehungen in unseren Gesellschaften zu fördern.

Das PDF enthält ein Formular. Es muss erst heruntergeladen werden (rechter Mausklick, Ziel speichern unter..). Im Anschluss kann es ausgefüllt werden. Bitte abspeichern.


Weitere Stimmen zu Bartoszewski


"Ohne ihn wäre Polen heute schlechter dran, die deutsch-polnischen Beziehungen wären schwieriger und Deutschland um einen klugen Freund ärmer."

Nawojka Cieślińska-Lobkowicz (mehr: Polnische Spuren in Deutschland)

Das Team hinter der Initiative

Anita Baranowska-Koch

"Unter der tragischen Geschichte zwischen unseren Nationen haben Viele gelitten - auch meine Familie in Warschau. Władysław Barto­szewski hat mich motiviert, trotz allem Brücken zwischen den Staaten und zwischen den Gesellschaften zu bauen. Die Initiative ist für mich wichtig, weil diese von Persönlichkeiten wie Bartoszewski mit aufgebaute Brücke auch in Zukunft bestehen soll."

Initiatorin der Berliner Bartoszewski-Initiative und Brückenbauerin zu den Bartoszewski-Freunden in der Welt.


Wolfgang Templin

"Władysław Barto­szewski steht für mich für die Gabe, die Gesetze des Alters auf den Kopf zu stellen. Ein polnischer Patriot und großer Europäer, dessen Menschlichkeit selbst Gegner erreichen und einschließen konnte"

Ehemaliger Oppositioneller, Publizist und Autor. Mehr: www.wtemplin.eu


Nils-Eyk Zimmermann

"Ich möchte die Vision Barto­szewskis für die zukünftigen deutsch-polnischen Beziehungen nutzbar machen. Aus seinem Geist kann diese Erneuerung gelingen."

Autor, Berater und Programm-Manager um die Themen Zivil­gesellschaft, Nicht­regierungs­organisationen und kompetenz­orientierte Bildung. Aktuell beschäftigt er sich mit dem Thema "Demokratische Resilienz". Mehr: Blog: Civil Resilience


Dr. Wolfgang Pailer

Dass Wła­dysław Bartoszewski, der als ganz junger Mann die Schrecken von Auschwitz erleben musste, wortwörtlich bis zu seinem letzten Atemzug für die polnisch-deutsche Aussöhnung gearbeitet hat - lange Jahre zusammen mit anderen großen Persönlichkeiten wie Stanislaw Stomma, Tadeusz Mazowiecki oder Andrzej Szczypiorski - nötigt allergrößten Respekt ab. Deshalb gilt es, die Erinnerung an ihn gerade auch in Deutschland wach zu halten.

Dolmetscher und Übersetzer, ehemaliger Dolmetscher für die polnische Sprache im Auswärtigen Amt.


Dr. Weronika Priesmeyer-Tkocz

Politikwissenschaftlerin und Expertin für internationale Beziehungen. Studienleiterin an der Europäischen Akademie Berlin.


Małgorzata Patron

Übersetzerin und Dozentin der Erwachsenenbildung


Deutsch-Polnische Gesellschaft

Die Berliner Bartoszewski-Initiative ist ein Teil der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin.

"Władysław Bartoszewski war ein enger Freund der Deutsch-Polnischen Gesellschaften und oft Ehrengast auf Treffen und Kongressen des Bundesverbandes. Dabei schaffte er es, das Publikum durch seine mitreißenden Reden für die deutsch-polnische Sache zu begeistern."

Christian Schröter, Stellv. Bundesvorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft und Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin

Władysław Bartoszewski

wurde am 19. Februar 1922 in Warschau geboren und ist 2015 am 24. April verstorben. In seiner Biographie spiegeln sich die Zeitläufte und dramatischen Veränderungen der europäischen Geschichte. Die Tatsache, dass Bartoszewskis sich stets aktiv einbrachte und an vielen Stellen gestaltend mitwirkte, macht sein Leben und Wirken zu einem faszinierenden Bestandteil für die historisch-politische Bildung. Sein Leben lang blieb Bartoszewski zwei für ihn elementaren Dingen treu: der Erinnerung an Auschwitz und seinem Dienst im Widerstand in der Heimatarmee (Armia Krajowa). Auf seinem Grab wünschte er nur zwei Worte: "Zołnierz AK" (Soldat der Heimatarmee). Seinen öffentlichen Dienst in künftigen Jahren betrachtete er als Erfüllung des Gelübdes, das er 1942 im besetzten Warschau abgegeben hatte.

Diejenigen, die mit ihm zusammenarbeiteten schätzen seinen Humor, seinen scharfen Intellekt und seine Energie. "Ich renne herum wie ein wilder Tapir", das sagte Bartoszewski einst über sich selbst, und so war es.


Widerstand und Besatzung

Nachdem Bartoszewski 1940 nach Auschwitz deportiert wurde und 1941 erkrankt entlassen wurde, nahm er Kontakt zu Widerstands­kreisen auf und schloss sich dem Żegota-Komitee an.

Bartoszewski im Kreis der Widerstandsorganisation Żegota (1. Reihe, 3. v. rechts)
info@WikiMedia

Er studierte Geschichte an der Verborgenen Universität und nahm 1944 am Warschauer Aufstand teil. Im kommunist­ischen Polen wurde Bartoszewski wieder inhaftiert, zwischen 1946 und 1948 und zwischen 1949 und 1954.

Das brennende Warschau zur Zeit des Aufstands 1944
info@WikiMedia

Bartoszewski im Jahr 1954
Archiv W. Bartoszewski

Nachkrieg und Volksrepublik

Nach der Freilassung und dem Stalinismus konnte Bartoszewski an der Uni­versität Warschau studieren und als Autor wirken.

Urteilsaufhebung aus dem Jahr 1955
Archiv W. Bartoszewski

1963 wurde ihm das polnische Kavalierskreuz verliehen, er absolvierte Forschungs­aufenthalte im westlichen Ausland und suchte Kontakte zu den dortigen Intel­lektuellen.

Ehrenmedaille Yad Vashem, 1965

Zweimal erhielt Bartoszewski die Yad Vashem Medaille - 1963 im Namen von Żegota und 1965 mit persönlicher Widmung. Diese Würdigung war für ihn neben dem Tapferkeitkreuz für den Warschauer Aufstand 1944 von allen späteren Ehrungen und Preisen wohl am wichtigsten.

Lange war Bartoszewski dem PEN Club Polen verbunden, seit 1969 im Vorstand und ab 1972 neun Jahre als General­sekretär. 1995 war er sein stv. Präsident, ab 2001-2010 sein Präsident.

Friedenspreis des deutschen Buch­handels 1986: Präsident R. v. Weizsäcker und W. Bartoszewski
: info@WikiMedia

Von 1957 an arbeitete er für das liberal-katholische Wochenblatt Tygodnik Powszechny. Er engagierte sich seit 1980 für Solidarność, unter anderem als Mitglied des Vorstands der unabhängigen Gewerkschaft. Während des Kriegsrechts wurde er interniert.

Demokratisches Polen

Nach der politischen Wende 1990 startete Bartoszewski eine diplomatische Karriere, zuerst 1990-1995 als Bot­schafter Polens in Wien, dann zweimal als Außen­minister, 1995 und 2000. Er war Senats­mitglied, und dort Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Von 2007 bis zu seinem Tod 2015 war er Staats­sekretär in der Kanzlei des Premier­ministers und arbeitete unter Donald Tusk und Ewa Kopacz.

Letzter Arbeitsplatz Bartoszewskis im Ministerrat als Staatssekretär
: info@WikiMedia

In dieser Zeit gelang es Bartoszewski seine viel­fältigen Kontakte in Polen und Europa zu verknüpfen und so Brücken zwischen den Gesell­schaften zu bauen. Er hatte zahlreiche staatliche und gesell­schaftliche Ehrenämter inne, war in Aufsichtsrats­funktionen tätig und Empfänger nationaler und internatio­naler Auszeichnungen.

Kontakt

Gerne informieren wir Sie über unsere Veranstaltungen und Pläne:

 

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Anschrift

Bartoszewski-Initiative
c/o Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin e. V.
Schillerstr. 59
10627 Berlin-Charlottenburg

Tel: +49 (1520)6504225
kontakt@bartoszewski-initiative.de

Verantwortlich: Christian Schröter (1. Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin)

Redaktion der Website: Nils-Eyk Zimmermann